BURKHARD BEINS - SOLO CONCERT REVIEWS

25 November 2009
POR
concert-installation at Densités Festival
Fresnes-en-Woevre, France

Sonic inventiveness extends to a spatial installation, as Berlin's Burkhard Beins demonstrates Sunday afternoon in the foyer of the village's ornate city hall. Plastic string was linked to Styrofoam boxes mounted on the walls at different angles, another box filled with flashlight batteries on the ground. Beins conjures alchemist-like unmistakable percussion and string timbres from the set up. By stroking, plucking, pulling and twisting the strings the contrapuntal results include extended textures along with designated tones. Resembling a marionette when his hands are simultaneously attached to more than one string, Beins is no puppet but in complete control. Highpoint of the performance is when he uses a sanding motion to rub together two Styrofoam boxes, about the size of transistor radios, to create first a low-pitched buzz for a few measures, then by moving them along the strings, cello-like sustained textures.
- Ken Waxman, MusicWorks -

Thursday 5 November 2009, 8.00pm
Suttie Centre, University of Aberdeen, Scotland

Beins' set began with hand initiated iterations to the left and to the right, a deliberately chosen gestural flourish, I felt, to let us know that a performance is under way. Then the panning was repeated by playing into and across the microphones. The spaces and silences were deliberate, Beins' comfortable body language reinforced a sense of mastery, and the work was utterly engaging from the start. The music built to a complex texture of iterations and pulses, all emerging from a sparse palette. I particularly enjoyed the clever use of purely acoustic sources. Loops came to the fore, never ostentatiously periodic. Textures were allowed to run, there was never any haste to effect rapid changes. The material therefore established itself in the ear and in the mind of the listener. I heard very little tonal material, save one subtly presented slightly downward glissando. In summary, the performance came over as as a very beautiful individual and highly musical statement, very tightly controlled in all departments.
- James Wyness, Fouter & Swick -

Burkhard Beins Solokonzert
in Rüsselsheim, 17. Juli 2009

Der asketisch wirkende Mitvierziger hinter Trommel und Becken lauscht konzentriert dem nahezu unhörbaren Klang der auf dem Messingbecken kreisenden Styroporkugel nach. Das ebenso aufmerksame Publikum in der historischen Opel-Villa glaubt die Stille atmen zu hören. Dann mahlt ein Stein auf Stein auf Eisen auf dem Fell der Trommel, das Burkhard Beins hin und wieder mit der Hand abdämpft. Vereinzelte Schläge mit der Metallklammer der Trommelbespannung wirken wie Explosionen. Der Berliner Künstler ist ein Magier der Sounderzeugung, stilprägend in der Schöpfung eines abstrahierten und reduzierten Einsatzes von Percussionsinstrumenten, ein ästhet der Klangmiskrokopie.
Beim Solokonzert - einer Gemeinschaftsveranstaltung der Stiftung Opel-Villen und der Rüsselsheimer Jazzfabrik Ð werden die Zuhörer Zeugen einer Art musikalischen 'work in progress', einer spontanen Komposition, die der künstlerische Leiter der Jazzfabrik, Stephan Dudek, in der Parallele zu der laufenden Ausstellung 'Kunst zur Arbeit' sieht. Freie Improvisation ist ein Spiel mit den Klangmöglichkeiten, der Erweiterung des traditionellen Musizierens sowie der Verbindung natürlicher und elektronischer Sounds. Es entsteht eine schillernde Klangsinnlichkeit.
Burkhard Beins zieht den Geigenbogen über den Rand eines Beckens, lässt Sinustöne in variierenden Höhen schwingen. Er reibt Becken auf Becken in auf- und abschwellenden Intensitäten, schiebt E-Bows genannte Induktionstonabnehmer auf den Saiten einer alten Zither, die mit Vibrato und Echo-Effekten lang anhaltende Schwingungen zur Grundierung erzeugen, die sich wie Tinnitus in den Gehörgängen festsetzen.
Mit dem Reiben von Stein auf Stein, den Klöppelschlägen auf kleinen aufgebockten Metallstäben, n Soundeffekten geriebener Metallknäuel ( wie sie die Hausfrau zum Putzen ihrer Pfannen nutzt) oder Schmiergelschwämme (der Handwerker) sind den Geräusch-Tüfteleien keine Grenzen gesetzt. Und dennoch sind solche Soundcollagen keineswegs beliebig. Wenn die Kugel immer wieder über das Fell der Trommel rollt, sorgen die Knäuel und Schwämme für feine Tonabstufungen. Wenn ein Becken in ständig steigender Intensität und wachsendem Tempo auf einem zweiten Becken kreist und Beins zum Klöppel greift, dann nähert sich die Klangcollage einem Crescendo, das in der nachfolgenden Stille aufgelöst wird. Freie Improvisation geht keineswegs mit dem Negieren von Struktur und Logik einher.
Dies belegt Burkhard Beins nach diesem ersten akustischen auch in einem zweiten elektronischen Set. Mit Verfremdungen setzt der Percussionist ostinate Klangfiguren und statische -flächen gegen die treibenden Entladungen von 'Vibrationsstäben'. Die Sounds wecken beim Zuhörer Assoziationen an mechanische Klänge der 'Urban Sounds'. Der Künstler hält eine Schärfung der Sinne und eine grö§ere Befähigung zu Pluralismus sowie Differenzierung für notwendig. Das Rüsselsheimer Konzert wurde diesem Anspruch gerecht.
- Klaus Muempfer, Jazzpages -


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